Biografie

Émile Schuffenecker war ein französischer Maler des Neoimpressionismus.

 

Claude-Émile Schuffenecker wurde als Sohn von Nicolas Schuffenecker (1829–1854) und Anne Monnet (1836–1907) geboren. Sein aus Guewenheim (Elsass, Departement Haut-Rhin) stammender Vater, ein gelernter Schneider, starb früh. Émile wuchs bei der Schwester der Mutter Anne Fauconnet Monnet und ihrem Ehemann Pierre Cornu in Paris auf. Er besuchte eine von den Brüdern der christlichen Schulen geleitete Schule und half seinem Onkel, der im Quartier des Halles eine kleine Kaffeerösterei mit Schokoladengeschäft betrieb.

 

1871 trat er in die Firma des Börsenhändlers Bertin ein und traf dort 1872 Paul Gauguin, mit dem er sich anfreundete. In seiner Freizeit nahm er Zeichenunterricht bei Paul Baudry und Émile Carolus-Duran. Er lernte Armand Guillaumin und Camille Pissarro kennen und war erstmals 1874 auf dem Pariser Salon vertreten.

 

Nach dem Börsencrash von 1882 verlor er, wie auch Gauguin, seine Arbeit bei Bertin. Er nahm eine Stelle als Zeichenlehrer am Staatlichen Lycée Michelet in Vanves an.

 

Im Jahr 1884 war er einer der Mitbegründer des Salon des Indépendants, 1886 nahm er an der 8. und letzten Impressionisten-Ausstellung teil. Im selben Jahr lernte er in Concarneau den achtzehnjährigen Maler und Dichter Émile Bernard kennen, der sich auf dem Weg nach Pont-Aven befand und den er mit einem Empfehlungsschreiben an den zwanzig Jahre älteren Paul Gauguin ausstattete. Schuffenecker hatte mit den Mitgliedern der Schule von Pont-Aven Kontakt, doch wurde sein neo-impressionistischer Stil wenig geschätzt.

 

Zwischen 1886 und 1888 entstand sein Gemälde Le square au Luxembourg (Öl auf Leinwand, 85 x 100 cm), das seine Frau Louise und seine beiden Kinder Jeanne und Paul beim Spielen im Jardin du Luxembourg zeigt. Dieses Gemälde, in dem Schuffenecker für sich Seurats Pointillismus weiterentwickelte, ist typisch für seine Landschaftsdarstellungen der folgenden Jahre.

 

1889 organisierte Schuffenecker eine Exposition des peintres Impressionistes et Synthétistes im Pariser Cafe Volpini, unter anderen mit Gauguin, Charles Laval, Louis Anquetin und seinen eigenen Werken. Die Ausstellung wurde ein völliger ökonomischer Fehlschlag, da kein Bild verkauft wurde.

 

1890 soll Schuffenecker mit seinem Bruder Amédée eine Anzahl Gemälde von Vincent van Gogh bei dessen Bruder Theo und seiner Schwägerin Johanna van Gogh-Bonger gekauft und kopiert haben. Mehrere Schuffenecker-Kopien kamen in der Folge auf den Markt und wurden 1916 von dem fast erblindeten Kunsthistoriker Théodore Duret in dem Werkverzeichnis van Goghs als echte Arbeiten des Niederländers aufgeführt. Der Forscher Jan Hulsker vermutete Absprachen zwischen den van-Gogh-Erben und den Schuffeneckers.

 

Die derzeitige Forschung geht davon aus, dass Schuffenecker lediglich unvollendet gebliebene Werke von van Gogh „vervollständigte“, was Schuffenecker stets freimütig bekannte.

 

Zwischen 1891 und 1896 wendet sich der Künstler unter dem Einfluss von Émile Bernard dem Symbolismus zu, um in einer späteren Phase sich auf seinen eigenen Stil, der als ein flüssiger, an den Pointillismus angelehnter Malstil beschrieben werden kann.

 

Er blieb Professor für Zeichenkunst am Lycée bis 1914. Im Jahr 1934 erscheint er letztmalig öffentlich, in der Ausstellung "Gauguin und seine Freunde, die Schule von Pont-Aven" an der Académie Julian.

 

Schuffenecker starb 1934 in Paris, 33 rue Olivier de Serres, und wurde auf dem Friedhof von Montparnasse am 3. August begraben.

 

 

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Werke in öffentlichen Sammlungen

Harvard University Art Museums, Massachusetts

Indianapolis Museum of Art, Indiana

Johnson Museum of Art at Cornell University, Ithaca, New York (Portrait of Julien Leclercq and his Wife)

Musée du Louvre, département des Arts graphiques, Paris

Musée d'Orsay, Paris (6 oeuvres)

- TETE DE JEUNE FILLE, Inventarnummer RF 1977 312 ; LUX 0164 P

MacKenzie Art Gallery, Saskatchewan

Musée des Beaux-Arts de Quimper, France

Musée des Beaux-Arts de Rennes, France (Homme assis vu de dos, pastel, ca.1890)

Musée Maurice Denis, Saint-Germain-en-Laye, France (Bois inspires)

New Art Gallery, Walsall, England (Girl Knitting)

Norton Museum of Art, West Palm Beach, Florida (Fishermen at Étretat)

Statens Museum for Kunst (National Gallery of Denmark), Copenhagen

Tate Gallery, London, UK (Spring-like Morning, ca.1896)

Wallraf-Richartz-Museum, Cologne, Germany (Notre Dame von Paris 1889

 

 

Wichtige Ausstellungen

Émile Schuffenecker 1851-1934

Musée de Pont-Aven & Musée Maurice Denis "Le Prieuré", 1996 et 1997.

 

 

Bibliografie

Boudot-Lamotte, Maurice : Le peintre et collectionneur Claude-Emile Schuffenecker (1851-1934), L'Amour de l'Art XVII/8, l'octobre de 1936, le pp 284

 

René Porro, Claude-Émile Schuffenecker‎, 1851 - 1934, Art Conseil, 1992, ISBN : 2950678106

 

Puget, Catherine, & Grossvogel, Jill-Elyse : Émile Schuffenecker 1851-1934, Musée de Pont-Aven & Musée Maurice Denis "Le Prieuré", 1996 ISBN 2-910128-08-3

 

Grossvogel, Jill-Elyse : Claude-Emile Schuffenecker, le Catalogue raisonné, le tome I, Alan Wofsky Fine Arts, San Francisco, 2000, ISBN 1-55660-297-9